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Mittwoch, 28.03.2012
Pflegedirektorin übergibt an Stellvertreter: Auf Schwester M. Otgundis folgt Willi van Stiphoudt
Am 1. April wird es im Kamp-Lintforter St. Bernhard-Hospital einen Wechsel geben: Schwester M. Otgundis, seit 18 Jahren Krankenhausoberin und Pflegedirektorin, übergibt ihre verantwortungsvolle Aufgabe an ihren langjährigen Stellvertreter, Willi van Stiphoudt. „Wir haben viel gemeinsam aufgebaut und waren ein gutes Team. Ich bin sehr froh, dass er diese Aufgabe in meinem Sinn weiterführen wird“, freut sich die Ordensschwester. Der neue Pflegedirektor ist im Haus beileibe kein Unbekannter. Denn seit 28 Jahren ist Willi van Stiphoudt für das St. Bernhard-Hospital tätig – seit 1992 als stellvertretender Pflegedirektor. „Schwester Otgundis hat mich seit Jahren gefördert und geprägt. Ich freue mich auf die neue Verantwortung“, berichtet Willi van Stiphoudt.
Seit 18 Jahren in Kamp-Lintfort
1963 trat die damals 19-Jährige in den St. Franziskus-Orden in Münster ein und absolvierte die Ausbildung zur Krankenschwester. Es folgten Einsätze in verschiedenen Krankenhäusern. 1994 kam die Entsendung ins St. Bernhard-Hospital, wo sie die Stelle der Krankenhausoberin und Pflegedirektorin übernahm. „Der Wechsel weg von Münster ist mir anfangs nicht leicht gefallen“, schildert Schwester M. Otgundis. „Ich habe aber schnell gemerkt, dass mir die neue Aufgabe hier und die Menschen am Niederrhein sehr viel Freude bereiten“, lacht sie.
„Pflege ist mein Ding“
Willi van Stiphoudts Laufbahn begann 1977 in Kevelaer mit einer Ausbildung zum Krankenpfleger. Er folgte dem Rat seines Vaters „Lern erst einmal was Vernünftiges. Weiterlernen kannst du später immer noch.“ Nach der Ausbildung blieb Willi van Stiphoudt erst einmal als Intensivpfleger in der Marienstadt. 1982 folgte der Wechsel zum evangelischen Krankenhaus in Wesel. Dort absolvierte er eine zweijährige Fachweiterbildung in der Anästhesie-/Intensivpflege.
1984 kam das Angebot des St. Bernhard-Hospitals, als Leiter die Anästhesiepflege auf- und auszubauen. Dieses Angebot nahm er gern an. Es folgten Weiterbildungsmaßnahmen zum Stationsleiter und zur Pflegedienstleitung. 1992 wurde Willi van Stiphoudt zum stellvertretenden Pflegedirektor ernannt.
Zwei Bernhardiner
Inzwischen sind beide, Schwester M. Otgundis und Willi van Stiphoudt, überzeugte „Bernhardiner“ - so werden langjährige Mitarbeiter des Hospitals liebevoll genannt.
Sie haben sowohl einzeln als auch gemeinsam in den vergangenen Jahren viele Aktionen ins Leben gerufen. Derzeitiger Schwerpunkt ist die „Primäre Pflege“. Dabei ist eine Pflegefachkraft von der Aufnahme bis zur Entlassung für einen Patienten und die Organisation seiner Pflege verantwortlich. „Dieses Konzept, das den Patienten mit seinen individuellen Bedürfnissen in den Mittelpunkt stellt, setzen wir als eine der wenigen Kliniken in Deutschland erfolgreich um“, berichtet Schwester M. Otgundis.
Willi van Stiphoudt ergänzt: „Die komplette Umsetzung dieses Konzeptes wird uns noch ein paar Jahre beschäftigten. Denn wir wollen die Mitarbeiter zum eigenverantwortlichen Arbeiten hin entwickeln.“ Dabei ist es sein Ziel, die Mitarbeiter-Zufriedenheit durch geeignete Rahmenbedingungen zu optimieren. „Mir ist das Team sehr wichtig. Das brauche ich auf allen Ebenen“, betont der neue Pflegedirektor. 2007 begann Willi van Stiphoudt ein Management-Studium an der katholischen Fachhochschule Köln. 2011 schloss er das Studium mit einem Master of Arts ab.
Aufbau des Qualitäts-Managements
Seit 1995 ist ein Schwerpunkt von Willi van Stiphoudt das Qualitäts-Management (QM) des Hauses. Im ersten Schritt half er mit, das Leitbild für die Stiftung mit zu erarbeiten. Anschließend baute er das Qualitäts-Management des Krankenhauses auf und begleitete es 2003 durch die erste QM-Zertifizierung von proCum Cert und KTQ. Und dass das St. Bernhard-Hospital 2009 als bestes bundesdeutsches Krankenhaus re-zertifiziert wurde, ist sicher auch seinem Einsatz zu verdanken.
Christliche Lebenskultur ist wichtig
„Persönlich ganz wichtig ist mir die christliche Lebenskultur in unserem Krankenhaus. Mit Pastoralreferent Christoph Kämmerling und drei Ordensschwestern haben wir ein Seelsorgeteam, das rund um die Uhr für die Patienten da sein kann“, macht Schwester M. Otgundis dieses besondere Angebot deutlich. Denn im Mittelpunkt steht für die Ordensfrau der ganze Mensch, nicht nur die Behandlung seiner körperlichen Leiden. Gemeinsam mit ihren Mitschwestern hat sie die Mitarbeiter im St. Bernhard-Hospital sicher auch im franziskanischen Sinne geprägt. Mit ihren Abschied aus dem St. Bernhard-Hospital geht die letzte noch in der Klinikleitung tätige Ordensfrau in den Ruhestand.
Nichts geht ohne qualifizierte Mitarbeiter
Schwester M. Otgundis ist stolz auf ihr Team in der Pflegedirektion, mit dem sie die Geschicke von mehr als 250 Pflegekräften leitet „Mit der dreijährigen Ausbildung ‚Gesundheits- und Krankenpflege‘ an unserer Katholischen Bildungsstätte bieten wir jungen Menschen, unterschiedlichen Glaubens, eine gute Vorbereitung auf den Pflegeberuf“, betont sie. Sie wertet die dortige Ausbildung als Fundament für eine professionelle und individuelle Betreuung der Patientinnen und Patienten. „Unser Haus ist auch ein Haus für Lernende“, betont die Pflegedirektorin.
Ein Credo, das auch ihr Nachfolger teilt. „Weiterbildung und Qualifizierung der Pflegekräfte in allen Positionen ist für mich einer der Schlüssel für eine moderne und professionelle Gesundheits- und Krankenpflege“, so der neue Pflegedirektor.
Ein Blick nach vorn
Während Schwester M. Otgundis sich darauf freut, sich Dingen zu widmen, für die sie bisher keine Zeit hatte, schweben Willi van Stiphoudt schon neue Projekte vor. „Die Zusammenarbeit mit Schwester Otgundis wird mir fehlen – aber sie hat sich ihre freie Zeit redlich verdient“, lächelt er.





