Dienstag, 20.10.2026

Damit im Notfall jeder Handgriff sitzt

Ärzte- und Pflegeteams im St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort trainierten Notfalleinsätze anhand eines speziellen Trainingsprogramms

Teams des St. Bernhard-Hospitals Kamp-Lintfort trainierten in simulierten Notfallsituationen die Versorgung von Notfallpatienten. Im Fokus standen insbesondere die Kommunikation im Team und das Üben standardisierter Abläufe. (Foto: St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort)

Organisierten das Notfalltraining gemeinsam mit dem Simulationszentrum FranziskusSIM im St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort: Pflegerische Bereichsleitung der Notaufnahme Rebecca Juretzka und Praxisanleiter Ulrich Rosenberg. (Foto: St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort)

Kamp-Lintfort. Im Notfall muss es schnell gehen, die Kommunikation im Team klar sein und jeder Handgriff sitzen. Damit auch Menschen in einer akuten oder sogar lebensbedrohlichen Situation schnell und richtig versorgt werden können, trainierten Ärzte- und Pflegeteams des St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort dieser Tage unter realitätsnahen Bedingungen Notfallszenarien – von der ersten Einschätzung über klar strukturierte Abläufe bis hin zur interprofessionellen Kommunikation.

Das Trainingsangebot wurde vom Team des Simulationszentrums FranziskusSIM angeleitet und ist Teil eines umfassenden Rahmenkonzeptes zur Optimierung der Patientensicherheit in den Einrichtungen der Franziskus Stiftung Münster. „In vielen kritischen Situationen entscheidet nicht nur die fachliche Kompetenz, sondern vor allem, wie gut ein Team kommuniziert. Unsere Trainings verbinden beides: medizinisch-pflegerische Expertise und gelebte Teamarbeit“, beschreibt Dr. Christian Albiker, ärztlicher Leiter des Simulationszentrums FranziskusSIM.

Trainiert wurde an einer speziellen Übungspuppe im Schockraum der Notaufnahme. Die Teams bestanden aus Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegekräften, die in der Notfallversorgung am Patienten unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Dazu gehören etwa die Überwachung der Vitalwerte, die Durchführung von Ultraschalluntersuchungen und die Kommunikation mit anderen Schnittstellen im Hospital. Um das Simulationstraining anschließend zu reflektieren, wurden im Schockraum Kameras installiert, die Live-Bilder zu einem eigens eingerichteten externen Überwachungsplatz lieferten. Ein Koordinator beobachtete von dort die Abläufe und gab von außen sich verändernde Lagebeschreibungen an das behandelnde Team durch, das auf die neuen Situationen unmittelbar reagieren musste.

Anhand von Videoaufzeichnungen konnten die Gruppen im Anschluss das Training analysieren. „In Notfallsituationen passieren viele Abläufe gleichzeitig, die sich später im Detail nicht immer aufarbeiten lassen. In diesen Trainings ist das anders. Hier können wir mit Hilfe von Videoaufnahmen einzelne Schritte genau analysieren und besprechen. Das gibt uns als Team Sicherheit“, berichtet Moritz Sandhoff, der als Pflegefachkraft der Notaufnahme am Training teilnahm.

Mit dem stiftungsweiten Rahmenkonzept „Sicher(heit) trainieren“ baut die St. Franziskus-Stiftung Münster, zu der auch das St. Bernhard-Hospital gehört, den Stellenwert von regelmäßigem Training zur Optimierung der Patientensicherheit in allen Krankenhäusern des Verbunds weiter aus. Im St. Bernhard-Hospital wurden in diesem Jahr bereits knapp 210 Patientinnen und Patienten im Schockraum versorgt. Die simulationsbasierten Trainings in geschützter Umgebung waren hier auch eine gute Gelegenheit zur Verbesserung von standardisierten Abläufen und der Kommunikation im Team – damit im Notfall jeder Handgriff sitzt. „Notfälle kann man nicht planen, aber wir können sie trainieren. Und mit jedem Training werden Abläufe klarer, schneller und effektiver für das Ziel, Patientinnen und Patienten im Notfall bestmöglich zu versorgen“, sagt Chefarzt der Klinik für Akut- und Notfallmedizin Dr. Oleg Volovitch.