Mittwoch, 14.01.2026

Detailblick ins Körper-Innere

Neuer Endoskopie-Park mit KI-Technologie im St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort ermöglicht noch gründlichere Untersuchungen und genauere Diagnosen

Freuen sich über neue, hochmoderne Geräte in der Endoskopie: Dr. Theodor Heuer, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie im St. Bernhard-Hospital (re.), und Geschäftsführer Josef Lübbers. (Foto: St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort)

Kamp-Lintfort. Das St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort erhöht den Qualitätsstandard in der medizinischen Diagnostik: Mit einem neuen, hochmodernen Endoskopie-Park kann das Team der Klinik für Gastroenterologie um Chefarzt Dr. Theodor Heuer kleinste Gewebeveränderungen bei Untersuchungen der inneren Organe noch frühzeitiger, umfangreicher und genauer erkennen. Über eine Million Euro hat das Kamp-Lintforter Krankenhaus unter anderem in neue Endoskope, moderne Monitore und Prozessoren investiert. Das Besondere: Der Endoskopie-Park arbeitet mit künstlicher Intelligenz. „Unser Ziel ist es, Menschen, die eine Magen- oder Darmspiegelung zur Vorsorge, Abklärung oder aufgrund einer bereits festgestellten Erkrankung benötigen, eine optimale Diagnostik und Behandlung zu bieten“, begründet Geschäftsführer Josef Lübbers die Modernisierung.

Der neue Endoskopie-Park umfasst vollständig neue Geräte: Dazu zählen unter anderem spezielle Endoskope mit integrierten Kameras, die hochauflösende Bilder liefern und das Oberflächen-Relief von Schleimhäuten detailliert darstellen können. Zur neuen Endoskopie-Technik gehören außerdem Hochleistungslichtquellen, Bildprozessoren, Monitore und weiteres Spezialequipment für den Detailblick ins Körper-Innere. Die wohl bedeutendste Neuerung ist aber die Implementierung von KI-Technologie innerhalb der neuen Anlange. „Sie bietet einen entscheidenden Vorteil bei der Erkennung von Gewebeveränderungen, bei denen es sich neben harmlosen Befunden auch um mögliche Tumorvorstufen handeln kann“, erläutert Chefarzt Dr. Heuer.

Und so funktioniert der Einsatz von künstlicher Intelligenz bei Spiegelungen: Die KI scannt die während der Untersuchung per Endoskop übertragenen Livebilder von der Schleimhaut, greift dabei gleichzeitig auf eine umfangreiche Datenbank als Referenz zurück und zeigt Auffälligkeiten auf dem Monitor an. So kann das Ärzteteam selbst kleinste Gewebeveränderungen, wie Polypen, oder andere Befunde, wie Frühformen von Krebserkrankungen, frühzeitig erkennen. „Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht wiederum eine frühzeitige Therapie, die die Erfolgschancen einer Behandlung deutlich erhöht“, so Dr. Heuer. Die KI-Technologie wird im St. Bernhard-Hospital bei Spiegelungen von Magen und Darm eingesetzt, aber auch bei Untersuchungen von Gallenwegen und Bauchspeicheldrüsengängen, wie sie in der Region nur wenige Krankenhäuser durchführen.

Das Team der Endoskopie führt jährlich rund 6.000 Magenspiegelungen und Darmspiegelungen durch – in den meisten Fällen aufgrund von akuten Beschwerden, wie anhaltende Bauchschmerzen oder Blut im Stuhl. Aber auch zur Krebsvorsorge kommen immer wieder Patientinnen und Patienten ins Krankenhaus. „Die neuen technischenMöglichkeiten in der medizinischen Diagnostik sind beeindruckend und sehr hilfreich. Sie ersetzen aber nicht das Bewusstsein für die eigene Gesundheitsfürsorge“, sagt Dr. Heuer. Daher sei es weiterhin wichtig, Vorsorgeangebote wahrzunehmen, um von solchen Neuerungen zu profitieren und eine mögliche, spätere Erkrankung zu verhindern.