Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebs bleiben häufig lange unbemerkt und zählen zu den gefährlichsten Krebserkrankungen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken jährlich rund 19.860 Menschen in Deutschland an Bauchspeicheldrüsenkrebs und etwa 9.800 an Leberkrebs. Um die wohnortnahe Versorgung von Patientinnen und Patienten mit diesen komplexen Tumorerkrankungen weiter zu sichern, arbeiten das Marien-Hospital Wesel und das St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort seit dem vergangenen Jahr noch enger zusammen –im Rahmen zweier spezialisierter Strukturen: dem Tumorzentrum Niederrhein (TZN) sowie dem Niederrheinischen Zentrum für Tumorerkrankungen (NZT). Patientinnen und Patienten profitieren dabei von einer wohnortnahen Versorgung, einer hohen chirurgischen Expertise und einer intensiven Vernetzung der Ärzteteams beider Häuser.
Patienten aus Wesel behalten ihre vertrauten Ansprechpartner
Im Rahmen der Kooperation werden Patientinnen und Patienten des Marien-Hospitals Wesel im St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort von interdisziplinären Teams beider Häuser operiert. Die anschließende Weiterbehandlung erfolgt wieder in Wesel. So bleibt die Versorgung wohnortnah und die Betroffenen behalten ihre vertrauten Ansprechpartner. Seit vergangenem Jahr konnten bereits einige Patienten aus Wesel in Kamp-Lintfort operiert werden, weitere Eingriffe sind derzeit in Planung. „Unsere Kooperation ist eine Win-Win-Situation. Patienten können am Standort Wesel weiterhin von ‚ihren‘ Ärzten versorgt werden und müssen keine weiteren Wege in Kauf nehmen. Sie behalten ihre Ansprechpartner und somit ihren persönlichen Kontakt, der sie auf dem Behandlungsweg begleitet. Auf der anderen Seite behalten die Behandlungsteams ihre Expertise und Weiterbildungsbefugnis“, erklärt Dr. med. Mark Banysch, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie im St. Bernhard-Hospital.
Die enge Zusammenarbeit ermöglicht es den Ärztinnen und Ärzten aus Wesel, ihre Patienten während des gesamten Aufenthalts in Kamp-Lintfort zu begleiten. Dadurch entsteht nicht nur eine Versorgungskooperation, sondern auch ein Weiterbildungsverbund zwischen den Fachkliniken beider Häuser. Die Kooperation lebt zusätzlich durch die gemeinsame Fallbesprechung in den speziellen Tumorkonferenzen, um die bestmögliche Therapie für jeden Patienten abzustimmen. „Es ist eine Hand-in-Hand-Kommunikation zwischen den Teams der beiden chirurgischen Abteilungen und der Onkologie in beiden Krankenhäusern, von der am Ende der Patient profitiert“, sagt Priv.-Doz. Dr. med. Marc Bludau MHBA, FEBS, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie im Marien-Hospital Wesel. Weitere Kooperationsfelder sind bereits in Planung, um auch bei der Behandlung von anderen speziellen Tumorarten eine sinnvolle Konzentration zu erreichen.
Eingriffe weiterhin auf höchstem Niveau möglich
Die Bündelung von Kompetenzen ist auch eine Antwort auf die Veränderung der Krankenhausstruktur in Deutschland und insbesondere in NRW: Die Krankenhausplanung NRW sieht eine Konzentrierung der Operationen in den Leistungsgruppen für Bauchspeicheldrüsenchirurgie und anatomischen Leber-Resektionen vor. Durch die entstandene Kooperation können die Behandlungsteams der beiden chirurgischen Abteilungen des Marien-Hospitals Wesel und des St. Bernhard-Hospitals nun die Eingriffe gemeinsam weiterhin auf höchstem Niveau wohnortnah am Niederrhein in den Kreisen Wesel und Kleve durchführen. Denn die Operationen – insbesondere Bauchspeicheldrüsen- und Leberresektionen – zählen zu den anspruchsvollsten chirurgischen Eingriffen, die viel Erfahrung, Routine und personelle Ressourcen mit Expertise – ärztlich wie auch pflegerisch – voraussetzen.
Mit der Kooperation ist eine der stärksten Kompetenzen in der Behandlung von Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebserkrankungen in den Landkreisen Wesel und Kleve entstanden – damit Patientinnen und Patienten weiterhin die bestmögliche Gesundheitsversorgung in ihrer Wohnortnähe haben, sowohl bei planbaren Operationen als auch im Notfall.



